Reifendruck-Kontroll-Systeme:

Tipp 77: Letzte Änderung am 31.12.2011 / 05.01.2010 Copyright Dr. Hans Hehl
(Bilder soweit nicht extra gekennzeichnet in Eigenanfertigung)
Impressum gem. TMG Paragraph 5/6

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Arbeiten an Fahrzeugen erfordern fachliche Kompetenz, entsprechendes Werkzeug und die Ehrlichkeit, die eigenen Fähigkeiten richtig einzuschätzen oder vielleicht besser in die Werkstatt zu gehen. Alle Angaben nach bestem Wissen, aber ohne Gewähr! Ersatzteilnummer immer vor Bestellung überprüfen!
Übersicht:
1. Einführung:
2. Grundlagen
3. Einbau Nokia-System:
4. Konfiguration und Betrieb:
5. Beispielsystem: TPM-System:
6. RDK Mercedes (Code RY6) ab Mai 2007) für 463:
7. RDK Mercedes beim SL55AMG:
8. Reifenschäden:
9. TPMS (Tiremoni) Reifendruckkontrolle:
1. Einführung:

Reifendrucksysteme gibt es in drei verschiedenen Arten: a) als Ventilsensor, b) als Felgenbettsensor und c) ohne Sensor als Auswerteeinheit vom ABS.
2. Grundlagen:

Reifendrucksystem von Nokia Tires (Felgensensor): nicht empfehlenswert

Eine Beschreibung findet man z.B. bei: www.kfztech.de/kfztechnik/fahrwerk/reifen/rdks.htm. Von Nokian gibt es eine ausführliche deutsche Beschreibung des Kontroll-Systems.
Systemeigenschaften: top

Das System arbeitet mit 433.92 MHz. Die Sensoren wiegen 25 g und enthalten eine nicht auswechselbare 3V Lithiumbatterie CR245ON mit 540 mAh. Die Druckmessung erfolgt mit einer Genauigkeit von +- 0,12 bar im Bereich von -40 bis +100 Grad C. und die Temperaturmessung mit +- 6 Grad C.. Der Geschwindigkeitsbereich reicht bis 250 km/h. Das Übertragungsintervall beträgt 14 Sekunden und nach Fahrzeugstillstand ist das System noch 15 Minuten aktiv.
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Empfänger: top

Der Empfänger besitzt einen Startknopf, 4 gelbe Reifenanzeigen, eine Statusanzeige (rot/grün). Wenn das Fahrzeug in Bewegung gesetzt wird, blinken die vier Reifenanzeigen und erlöschen nach einiger Zeit, wenn alles in Ordnung ist.
Zur Funktionskontrolle kann man den gelben Startknopf drücken, eine kurzzeitige grüne Anzeige zeigt die korrekte Funktion an. Den Empfänger kann man an der Sonnenblende mit einem kleinen Gurt befestigen. Die Befestigung mit Gurt an der Sonnenblende gefiel mir nicht. Eine kleine Blechlasche hält den Empfänger (leicht abnehmbar) am Himmel. Empfänger Empfänger Empfänger
Alarm: 1. Alarmstufe niedrig: top

Fällt der Reifendruck um 10% ab oder ist die Temperatur im Felgenbett über 80 Grad C.: Die Statusanzeige blinkt langsam rot, die Reifenanzeige des defekten Reifens blinkt gelb und ein Signal ertönt synchron zum Blinken.

2. Alarmstufe hoch:

Bei einem über 20%igen Druckabfall und über 100 Grad C. erfolgen die optischen und akustischen Signale schnell.
3. Einbau: Nokia Pressure Watch (Nokian Tyres) top

Den Einbau kann jeder Reifen-Montagedienst durchführen. Es müssen halt einige Dinge beachtet werden:

1. Der Reifensensor muss nahe beim Ventil befestigt werden (z.B. immer rechts vom Ventil mit 2 cm Abstand), damit bei der Demontage des Reifens von der Felge die Sensorlage bekannt ist.

2. Auch der Verschluss der Schlauchschelle soll gegenüber dem Sensor neben dem Ventil auf der anderen Seite erfolgen.

3. Die Schlauchschelle zur Befestigung des Sensors muss im tiefsten Felgenbettbereich exakt parallel zum Felgenrand angebracht werden, damit kein Verschieben und keine Lockerung der Schlauchschelle möglich ist.

4. Das Band der Schlauchschelle darf nur wenige Zentimeter überstehen, also kürzen.
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4. Konfiguration und Betrieb: top

Konfiguration: Handbuch S. 95

1. Der Reifendruck muss korrekt eingestellt sein.
2. Nach Drücken des Konfigurations-Pins ertönt ein kurzes Signal. Der Konfigurationsmodus bleibt für 9 Minuten erhalten.
Neue Druck-Referenzwerte werden nicht gesetzt, wenn nicht alle 4 Sensoren erkannt werden oder der Druck niedriger als 1,5 bar ist. Die Stausanzeige blinkt dann rot.
3. Die Status-Anzeige blinkt während der Konfiguration grün und schnell.
4. Nun mindestens mit 20 km/h eine Strecke fahren. Die Reifensensoren werden aktiviert und nehmen mit dem Empfänger Kontakt auf.
5. Die neuen Referenzwerte sind gespeichert, wenn ein Signal ertönt und die Statusanzeige nicht mehr grün blinkt.
6. Die Statusanzeige blinkt rot, wenn während der Fahrt die Verbindung der Sensoren zum Empfänger unterbrochen ist. Dann muss neu konfiguriert werden.
Batterietyp: im Empfänger Lithiumzelle 3,6 V, CR2-Type, XL-051F, SB-AA02 (size 1/2AA) von Tekcell. top

Wenn die Empfängerbatterie leer wird, ertönt alle 5 Minuten dreimal ein Signalton. Bei großer Kälte kann ein Fehlalarm ausgelöst werden. Beim Batteriewechsel bleiben die gespeicherten Referenzwerte erhalten. Die Batterie gibt es z.B. bei ELV u. Westfalia.
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5. Reifendrucksystem TPM-104 (Ventilsensor): Hinweis von Mick (www.viermalvier.de) top

Dieses nicht mehr erhältliche System verwendete Ventilsensoren und benötigte einen 12 V-Anschluss für das Display. Die website ist nicht mehr zugänglich.
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6. RDK von Mercedes für 463: (Code RY6 ab Mai 2007): top

Ab Modelljahr 2007 wurde beim Geländewagen, Baumuster 463.248 /463.249 (G500), 463.270 / 463.271 (G55AMGK) und 463.341 (G320CDI) eine Reifendruckkontrolle eingebaut. Das System hat nur eine Antenne (Schrader Electronics).
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Michael B. hat diese originale Reifendruck-Kontrollanlage von Schrader bei seinem G400CDI nachgerüstet (Bilder vom Steuergerät und den Sensoren), Bericht im Forum 4x4, Mercedes) RDK RDK RDK
Ventilsensoren melden alle 60 sec die Daten (Druck, Temperatur, Sensordaten) an das Steuergerät (beim CD-Wechsler hinten im Radlauf).

Die Anzeige des Reifendrucks erfolgt erst nach einigen Minuten. Zuerst aktivieren sich die Ventilsensoren. Dann müssen die ersten Datenpakete übertragen werden. Eine umfangreiche Anzeige der Daten ist in das Menuesystem des Kombiinstrumentes integriert (GF40.15-P-0001G). Über den Innenraum-CAN werden Geschwindigkeit und Außentemperatur übertragen. Die im Menue "Reifendruckkontrolle" über die Lenkradtasten eingegebenen Daten werden vom LIN-Steuergerät im Lenkrad über den LIN-Bus (Local Interconnect Network, siehe Tipp LIN-Bus) an das Mantelrohrmodul gegeben. Über den Innenraum-CAN gelangen sie an das Kombiinstrument.

Wenn die Anzeige aktiv ist, kann man die Reifendruckkontrolle über den Rückstelltaster im Kombiinstrument zurücksetzen. Der aktuelle Reifendruck wird als neuer Sollwert gespeichert.
7. Reifendruck-Kontrollsystem (RDK) SL55AMG 7/2002: top

Beim SL55AMG gab es bis 31.05.2005 die Reifendruckkontrolle RDK von Beru (600248533), danach von Siemens. Inzwischen wird das System von Beru mit geändertem Rechnerchip wieder geliefert.

Da die Menge an Informationen über das Reifendrucksystem zu groß wurde, ist im November 2011 ein eigener Bericht Tipp 77-1 entstanden.
8. Reifenschäden: top

1. Bild: Geplatzter Reifen 5 Sek. nach Warnung vom RDK (von motortalk, Merc.-Richie)
2.-3.Bild: Thorsten, AMGOC: Pirelli P-Zero-Rosso 225-40-18, 5 Monate alt, Restprofil 70%
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5.-8. Bild: Peter: C55, vorne links bei 250 km/h, kein RDK. Reifen: Pirelli P Zero Rosso Asimmetrico 225/40/ZR18 92Y , 2007 (zul. Höchstgeschwindigkeit > 300km/h), Druck 2,6 bar RDK RDK
9. TPMS Reifendruck-System TM100 bis 4 bar: top

Informationen zum Reifendrucksystem TPMS oder Tiremoni findet man im Internet, z.B.: www.tiremoni.com. Es gibt das TPMS der Fa. Atriumpower bei Amazon.de für z.Zt. 88,39 Euro (versandfrei).

Für die hohen Geschwindigkeiten des G55AMG müßten die Reifen neu gewuchtet werden, da jeder Sensor etwa 10 Gramm wiegt. Diese Unwucht machte sich im Test sofort bemerkbar.

Ich verwendete ich es im Wettbewerbs-280GE, bei den "Riesenreifen" spielt es keine Rolle. Es bewährte sich auf der Transilvania-Trophy 2009 und zeigte uns einen langsamen Luftverlust im rechten Hinterrad an (siehe Bericht Transilvania-Trophy 2009). Bei der Transilvania-Trophy 2010 wurde der Reifenschaden mit Druckabfall (Nagel im Reifen) sofort gemeldet.
Weitere Einzelheiten zum TPMS-System sind hier: tipp98-1.htm#b66
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