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Reifendruck-Kontroll-System SL55AMG 7/2002 von Beru: Tipp 77-1: Letzte Änderung am 15.03.2012 / 05.01.2010 Copyright Dr. Hans Hehl (Bilder soweit nicht extra gekennzeichnet in Eigenanfertigung) Impressum gem. TMG Paragraph 5/6 zur Startseite - zur SL-Gesamt-Übersicht - zum Stichwörterverzeichnis Arbeiten an Fahrzeugen erfordern fachliche Kompetenz, entsprechendes Werkzeug und die Ehrlichkeit, die eigenen Fähigkeiten richtig einzuschätzen oder vielleicht besser in die Werkstatt zu gehen. Alle Angaben nach bestem Wissen, aber ohne Gewähr! Ersatzteilnummer immer vor Bestellung überprüfen! |
| Übersicht: |
1. Grundlagen:
Für den SL55AMG 7/2002 gab es bis 31.05.2005 die Reifendruckkontrolle RDK von Beru (600248533), danach von Siemens. Inzwischen wird das System von Beru mit geändertem Rechnerchip wieder geliefert. Aufgabe RDK: bis 31.05.2004: GF40.15-P-3000-03R, ab 01.06.04 bis 31.05.05 : GF40.15-P-3000-03RA): Bei meinem SL55AMG, Typ 230.474 7/2002, hatte der Vorbesitzer die RDK-Sensoren nicht mehr ersetzt, als die Batterien im Sensor leer waren und neue Reifen notwendig wurden. Die Sensoren haben eine Mindestlebensdauer von 5 Jahren, da die Lithium-Batterien nicht austauschbar sind. So kamen auch Gummiventile in die Felgen. Im August 2008 ergänzte ich wieder die vier Sensoren (Herstellungsdatum 09/05/2008). Wechsel/Wiedereinbau der Sensoren (AR40.15-P-0080A) vom 23.11.2006. Zu den Radsensoren (A 005 542 23 18 - 82,74 Euro ohne MwSt., Beru Nr. 600248533, muss man die Metallventile (A 001 401 27 13 - 10,31 Euro ohne MwSt., Ventilkappen (Schutzkappe) sind dabei) mitbestellen (Preise 13.11.2010). Es dürfen nur Ventilkappen aus Kunststoff (A 000 401 06 09 - 0,88 Euro ohne MwSt.) auf den Alu-Ventilen verwendet werden, da sonst Korrosion eintritt ( Punkt 1 in AR40.15-P-0080A). Identifizierungsnummern: VR: 248549 VL: 248430 HR: 248533 HL: 247634 |
| Über das Beru-System TSS findet man auch einiges im Internet. Ein älterer Bericht ist hier als pdf abgelegt. Radelektronik mit Ventil: 1, Torx-Befestigungsschraube, 2. Radelektronik, 3. Ventil mit Schulterdichtung, 4. Distanzscheibe, 5. Überwurfmutter, 6. Ventilkappe, 7. Montagestift | ![]() |
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Vier Antennen geben die Daten an das Steuergerät N88. Aus den an den Radantennen gemessenen Feldstärken wird die Position des Sensors und somit des Rades ermittelt.
Das Steuergerät vergleicht den aktuellen Reifendruck unter Berücksichtigung der Reifentemperatur und der Außenlufttemperatur mit den gespeicherten Sollwerten. Bei Überschreiten der Grenzwerte wird über den CAN-Bus eine Meldung an das Kombiinstrument gegeben. Die entsprechende Information wird in beiden Rundinstrumenten (Multifunktionsanzeigen) angezeigt. |
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Es sind mehrere Steuergeräte beteiligt: Kombiinstrument (Initialisierung), SAM Fahrer N10/10 (Außenlufttemperatur), SAM Beifahrer N10/11 (Klemme 61 ein = Motor läuft), EZS N73 (Raddrehzahlen, Klemme 15 ein, Diagnose aktiv, Ländercode, Variantencodierung).
Jeder Sensor hat eine Identifizierungsnummer aufgedruckt. Zusätzlich ist jeweils ein Aufkleber mit der Nummer vorhanden. Die Nummer wird zur Aktivierung mit der Mercedes Diagnose benötigt (Menue: Steuergeräte - Fahrwerk - RDK - Inbetriebnahme - mit manueller Einstellung des neuen Steuergerätes). Ab 1.06.2005 wurde bei Neufahrzeugen das Reifendrucksystem von der Fa. Siemens geliefert. Anstelle der 4 Antennen in den Radläufen gibt es nur eine am Unterboden. Die Bauteile von Beru und Siemens sind untereinander nicht kompatibel. |
| 2. Übersicht Funktionsbeschreibung RDK: GF40.15-P-0999R |
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2.1 Funktion Reifendruckkontrolle:
GF40.15-P-0001R
Der Reifenluftdruck und die Reifentemperatur werden überwacht. Das Reifendrucksystem warnt frühzeitig bei einem schnellen Druckabfall größer 0,2 bar/min, verursacht durch übermäßige Walkarbeit bei zu geringen Luftdruck. Ein schlagartiger Druckabfall bei einem Reifenplatzer kann systembedingt nicht erkannt werden. |
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2.2 schleichender Druckverlust:
GF40.15-P-2001R vom 18.03.2004:
Mit einer gelben Anzeige (weiche Warnung) im Kombiinstrument wird auf einen sich langsam verändernden Reifendruck bei einem Rad (Druckerhöhung größer 0,2 bar, Druckerniedrigung kleiner 0,4 bar) als der Solldruck hingewiesen. Die Fahrsicherheit mit niedriger Geschwindigkeit ist weiter gegeben. |
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2.3 schneller Druckverlust:
GF40.15-P-2004R
Eine rote Anzeige weist auf einen schnellen Druckabfall bei einem Rad größer 0,2 bar/min hin. Das Fahrzeug ist sofort anzuhalten. |
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3. Techn. Details: RDK SL55AMG 7/2002:
Übersicht Systembauteile RDK: GF40.15-P-9990R v. 27.01.2003 |
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3.1 Steuergerät:
GF40.15-P-3001R v. 06.07.2001 Das Steuergerät (433MHz Beru) A 002 820 98 26 - 392,81 Euro ohne MwSt. wurde bis 31.05.2005 bis F 109634 verbaut (alt: A 001 820 94 26, ersetzt durch A 002 820 83 26, ersetzt durch A 002 820 98 26). MBGTC bietet es gebraucht für 199,92 Euro inkl. MwSt. an. Aus-/Einbau: Das Steuergerät RDK (N88) befindet sich im Gepäckraum links (AR40.15-P-0100R v. 07.05. 2002). Schaltplan: PE40.15-P-2101-99KA Legende: PE40.15-P-2101-60KA Anschlüsse: Pin 15: 0,5 Rot/gelb von KL.30 SAM Fond, Sicherung 70: 5 Amp. Pin 16: Masse Pin 18: Can-B Low Pin 2: CAN-B High Antennenkabel-Abschirmung: Pin 6,22,9,25 Radantenne VL: Pin 5,21 Radantenne VR: Pin 7,23 Radantenne HL: Pin 8,24 Radantenne HR: Pin 10,26 |
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3.2 Radantenne:
GF40.15-P-3101A v. 22.02.1999
Beim Typ 230 sind bis 31.05.2005 vier Radantennen oben in den Radläufen eingebaut.Die Radposition wird durch eine Feldstärkenmessung erkannt. |
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3.3 Radsensor Anordnung:
GF40.15-P-3201A v. 22.02.1999
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3.4 Radsensor Aufbau:
GF40.15-P-3200-03A
Im Gehäuse des Sensors befinden sich der 433MHz-Sender, ein Druck- und ein Temperatursensor sowie die Lithiumbatterie. Die Anbindung an den CAN-Motorraum-Bus ist komplex. In jedem Radlauf ist eine Antenne angebracht, die die Daten vom Sensor empfängt. |
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3.5 Radsensor Funktion:
GF40.15-P-3200-02A Die eingebaute Batterie hält etwa 7 Jahre (Spannungsmessung mit Mercedes Diagnose). Es muss dann der Sensor gewechselt werden. Ein Energiesparmodus (Standby) ist eingeschaltet, solange der Sensor noch nicht verbaut ist. Nur im Abstand von 55 Sekunden werden Druck und Temperaturwerte übertragen. Alle 0,8 sek werden die Daten bei einem schnellen Druckabfall übertragen. Bei einer Temperatur über 120 Grad wird die Elektronik im Sensor abgeschaltet, unter 100 Grad wieder eingeschaltet. |
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4. Taster Systemaktivierung:
GF40.15-P-3603R v. 11.11.2002 Die vom Fahrer eingestellten Luftdrücke in den Reifen werden durch die Systemaktivierung mit dem rechten oberen Lenkradtaster als Sollwerte im Steuergerät RDK abgespeichert. Einstellungen / Reifendruckkontrolle aktivieren: AR54.30-P-1000-02RAR |
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5. Einbau der Sensoren:
Zunächst habe ich mal die Sensoren ausgepackt und die Klebeschildchen mit den Nummern der 4 Sensoren ins Serviceheft geklebt. Die Identifizierungsnummern der Radsensoren und der Sollluftdruck (vorne 2,4 bar, hinten 2,5 bar) werden später mittels Mercedes Diagnose ins Steuergerät RDK übertragen. |
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| Vor der Montage (es fehlten noch die Ventile) kann man schon mal testen, ob die Sensoren erkannt werden. Dazu legte ich die Schächtelchen mit den Sensoren auf die Reifen des SL55. Die Zuordnung des jeweiligen Reifens, z.B. Vorne Links = VL, zur Identifizierungsnummer ID wird auch benötigt. |
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6. Montage:
Bei der Montage der Reifen auf die Felgen ist besondere Vorsicht geboten, damit der Sensor nicht beschädigt wird. Ansonsten muß er gewechselt werden, auch bei Beschädigung des Luftfilters oder bei Verwendung des Reifendichtmittels Tirefit. Bilder von Beru: Pressemitteilung. Reifen erneuern: AR40.10-P-1030A vom 20.08.2007, Hinweise zum Reifenwechsel: SI40.15-P-0003A vom 11.07.2005 und Si40.15-P-0004A |
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| Der Reifen muß neu gewuchtet werden. Die Wuchtmaschine sollte auf Null-Toleranz eingestellt sein, dann kann auch auf 0 gewuchtet werden (Norbert: herzlichen Dank). | ![]() |
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| Nach der Aktivierung wird der Reifendruck erst nach bis zu 10 Minuten Fahrzeit im rechten Display angezeigt. Die Einheit "bar" sollte eingestellt sein. | ![]() |
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8. Meldungen:
Im rechten Rund-Display vom Kombiinstrument werden die Reifendruckmeldungen angezeigt. Erinnerungsmeldung: gelb: Eine gelbe Hinweismeldung erscheint, wenn der Reifendruck um 0,2 über dem Solldruck und 0,4 bar unter dem Solldruck liegt. Warnmeldungen: rot Warnmeldungen erfolgen in roter Farbe und erscheinen, wenn der Reifenluftdruck a) schnell, d.h. mit mehr als 0,2 bar/Minute absinkt. b) mit mehr als 0,4 bar unter dem Solldruckwert liegt. |