33. Tipp: ABS, AMR, BAS, BMR, ESP, ETS und MSR

Letzte Änderung am 01.08.2009 Copyright Dr. Hans Hehl

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Änderungen an den elektronischen Grundeinstellungen des G270CDI (z.B. ESP) erfordern fachliche Kompetenz und die Ehrlichkeit, die eigenen Fähigkeiten richtig einzuschätzen oder besser die Finger davon zu lassen bzw. in die Werkstatt zu gehen. Alle Angaben nach bestem Wissen, aber ohne Gewähr und Haftung!
Einiges über ABS, AMR, ASR, BAS, BMR, ESP, ETS, FDR und MSR!

Da das ESP in Arjeplog (Nordschweden) von Frank-Werner Mohn 1989 erfunden wurde, habe ich Details dazu bei meinem Arjeplog-Eistraining-Tipp abgelegt: siehe Tipp 91 .

Literatur:
Bedienungsanleitung (BDA), verschiedene Artikel aus Magazinen des Mercedes G-Clubs e.V. (1/2002) und aus "Geländewagen und Freizeit", Heft 5/2002 (Dieser Artikel von Martin Breuninger ist auch in seinem Mercedes-G-Buch "Die Legende fährt weiter" enthalten). Die gelbe Boschreihe "Technische Unterrichtung: Sicherheits- und Komfortsysteme" enthält viele Grundlagen über diese Systeme dazu, ebenso die Kfz-Webseite von J. Wiesinger www.kfztech.de . Auch die Mechatronik-Abteilungen der Universitäten haben einige Informationen ins Internet gestellt (siehe Links!).
Boschheft

Schöne Demo-Flash-Animationen zur modernen Adapativen Bremsentechnik ABR findet man bei Mercedes: http://cbt-hotline.websale.biz.
Übersicht:

1. ABS: -- 2. BAS: -- 3. ESP: -- 4. ETS: -- 5. MSR: -- 6. AMR: -- 7. BMR: -- 8. Links, Videos:
Durch die Einarbeitung in diese Themenbereiche begreift man erst, welch ein Fortschritt bei den modernen G's erreicht wurde, da liegen Welten zwischen dem 240GD von 1997 und z.B. dem G270CDI von 2002. Ziel der Entwicklung ist die Steuerung des Fahrzeugs mittels Drive-by-Wire, wie es Mercedes mit einem SL-Roadster R129 testet, ein Fahrzeug ohne Lenkrad, Gas- und Bremspedal.

Die aktiven Sicherheitssysteme dienen der Stabilisierung des Fahrzeugs in kritischen Situationen. Zum ABS (Antiblockiersystem) und ASR (Antriebsschlupfregelung) kommt die FDR (Fahrdynamikregelung) hinzu, die auch ESP (Elektronisches Stabilitätsprogramm) genannt wird.

1. ABS: Antiblockiersystem (BDA S. 276): top

Bei eingerückter Mittel-Differenzialsperre (rote Lampe leuchtet) ist es außer Funktion. Verhindert ab einer Geschwindigkeit von 8 km/h das Blockieren der Räder. Dies wird durch das "Rubbeln" = geringes Pulsieren des Bremspedals angezeigt.

Gelände-ABS (BDA S. 277) Bei eingeschaltetem Geländegang "LOW" wird ein speziell auf Gelände abgestimmtes ABS aktiviert, das nur bis 60 km/h aktiv ist. Die Bilder zeigen den ABS-Sensor beim G270CDI an der Hinterachse.
ABS-Fühler ABS-Fühler
1.1 ABS-Sensor: 300GD - 463327. Bj. 1991 top

Leuchtet die rote ABS-Kontrollleuchte, kann die Störung vom Kabel zum ABS-Sensor kommen. Bei einem 300GD, Bj. 1991 war das Kabel zum linken Sensor defekt. Der eigentliche Sensor hat einen Innenwiderstand um die 1000 Ohm. Dies kann man mit jedem billigen Vielfachmessgerät am Stecker oder an der Buchse messen.

Besonders brüchig wird der Kabelmantel in dem kurzen Stück Wellrohr. Eine Ader des Kabels hatte Kupferfras, die Litze löste sich auf. Aber man kann mit einem zweiadrigen Gummikabel und Schrumpfschlauch das defekte Kabel zwischen Sensor und Stecker ersetzen.

Ein neuer Sensor A4635400117 (hi li) kostet 272,48 Euro ohne MwSt. mit dem Kabel und Stecker, da lohnt es sich.
ABS-Sensor ABS-Sensor ABS-Sensor ABS-Sensor ABS-Sensor
Stecker und Sensor sind angegossen. Den funktionierenden Sensor sägt man auf. An den dicken Kupferdrahtanschlüssen wird ein neues zweiadriges Kabel angelötet. Eine Abdeckung mit Heißkleber ist notwendig. ABS-Sensor ABS-Sensor ABS-Sensor
2. BAS: Bremsassistent (BDA S. 275): top

Wird das Bremspedal schnell, aber nicht kräftig genug betätigt, wird die maximale Bremskraftverstärkung aufgebaut. Ein Sensor erfaßt den Bremspedalweg und die Bewegung der Membran im Bremskraftverstärker und meldet diese dem BAS-Steuergerät. Dieses leitet gegebenenfalls die Notbremsung ein. Genauere Einzelheiten bei www.kfztech.de . Bild Quelle DaimlerChrysler.

Bei eingerückter Mittel-Differenzialsperre ist es außer Funktion.
Bremsassistant
3. ESP: Elektronisches Stabilitätsprogramm (BDA S. 279) top

Es beinhaltet auch die Systeme ETS (Elektronisches Traktionssystem, auch ASR genannt), AMR (Antriebsmoment-Regelung), MSR (Motorschleppmoment-Regelung) und BMR (Bremsmoment-Regelung)..

Es verringert das Motordrehmoment und stabilisiert das Fahrzeug durch Bremsimpulse an einem oder mehreren Rädern. Dabei werden mehrere Meßgrößen verarbeitet, so der Lenkwinkel, die Drehgeschwindigkeit (Gierrate) um die Hochachse und die Querbeschleunigung sowie die Raddrehzahlen.

Die Wirkung von ESP kann man sich so vorstellen, als ob man für jedes Rad ein eigenes Bremspedal hätte, um trickreich das Auto zu stabilisieren ;) .

Bei Schneekettenbetrieb, im Tiefschnee, auf Sand oder Kies und im Gelände kann es vorteilhaft sein, das ESP mit dem Schalter an der Mittelkonsole auszuschalten. Dann wird der Motor in seinem Drehmoment nicht begrenzt und die Antriebsräder können für eine gewisse Fräswirkung etwas durchdrehen.

Es kann bis 60 km/h mittels Schalter EPS-OFF in der Mittelkonsole abgeschaltet werden. Die Warnleuchte im Geschwindigkeitsmesser zeigt die Abschaltung an. Das ETS (auch ABS und BAS) bleibt in Funktion und schaltet sich weiterhin zu (Warnleuchte blinkt), wenn einzelne Räder durchdrehen! Ab etwa 65 km/h oder beim Bremsen regelt das ESP trotz Abschaltung wieder! Bei eingerückter Mittel-Differenzialsperre ist es außer Funktion.

Eine grundlegende Darstellung des ESP findet sich bei www.kfztech.de .
Warnleuchte
Interessant ist auch eine Stellungnahme von Mercedes: (Mercedes-Benz Customer Assistance Center N.V., gefunden bei www.mwslk.de) für den SLK200.

Bei Betätigung des Schalters ESP OFF wird die ASR-Antriebsmomentregelung abgeschaltet und zusätzlich die ESP-Stabilitätsfunktion beim Beschleunigen und im Freirollfall aufgehoben. Beim Bremsen bleibt die ESP-Stabilitätsfunktion weiterhin erhalten. Die MSR-Regelung wird abgeschaltet. In dieser Schalterstellung erfolgt über den Bremsmomentregelkreis bis 40 km/h bei einem durchdrehenden Antriebsrad ein Bremseneingriff. Sind weiterhin Zuschaltbedingungen vorhanden, so bleibt der Bremseneingriff bis max. 60 km/h erhalten. Jedoch wird das Bremsmoment kontinuierlich zurückgenommen.
Die Hydraulikeinheit ESP 5.3 (Bremskraftregler, alt (2/2006: A0044314812), neue Nummer: A0044314912 - 850,84 Euro inkl.) ist beim G270CDI/G55AMGK im Motorraum links vor dem Hauptbremszylinder eingebaut. ESP ESP
Das ESP-Steuergerät befindet sich im Beifahrerfußraum vorne und beinhaltet auch das Steuersystem BAS und ABS (Bild vom offenen/modifizierten Steuergerät von Bosch von Uni-Duisburg, Mechatronik!). ESP
Achtung: Noch nicht getestet!!!! Bei der Benutzung eines Leistungsprüfstandes kann wahrscheinlich das ESP mittels Lenkradtasten ausgeschaltet werden (siehe Tipp: Unbekannte Meldungen im Kombiinstrument).
4. Elektronisches Traktionssystem 4-ETS: top

Es ist ein ASR-System (ASR Antriebsschlupfregelung). Unabhängig von der Gaspedalstellung wird nur soviel Motorleistung zugelassen, dass die Räder nicht durchdrehen (Antriebsschlupf kleiner 100%).

Bei eingerückter Mittel-Differenzialsperre und bei ausgeschaltetem ESP ist es außer Funktion. Es nützt die Radsensoren des Antiblockiersystems und reduziert kurzzeitig das Motordrehmoment (bis 60 km/h). Die Warnleuchte blinkt bei jeder Geschwindigkeit, wenn mindestens ein Rad die Haftungsgrenze überschritten hat. Dabei wird bei einem Drehzahlunterschied von etwa 5-6 km/h (bei LOW Range ca. 3 km/h) zwischen den Rädern einer Achse das durchdrehende Rad abgebremst.

Laut Handbuch darf der Motor nicht laufen, wenn die Handbremse (Parkbremse) auf dem Bremsenprüfstand geprüft wird. Der aktive Bremseingriff über das 4-ETS zerstört sonst die Bremsanlage.

5. MSR: Motorschleppmoment-Regelung top

Die Motorschleppmoment-Regelung ist eine Erweiterung der ASR. Beim Bremsen mit ABS oder beim Herunterschalten erreichen die Räder nach jeder Bremskraftreduzierung durch die Massenträgheit des Motors nicht wieder sofort ihre der Geschwindigkeit des Fahrzeugs entsprechende Drehzahl. Dieser Schlupf verringert die Stabilität des Fahrzeugs. Das ABS-Steuergerät veranlasst das Motormanagement, kurzzeitig die Motordrehzahl und somit die Raddrehzahl zu erhöhen, bis die Räder wieder rutschfrei rollen! So können beim Bremsen höhere Seitenführungskräfte aufgebaut werden. Bei Automatikgetrieben verhindert die MSR ein Herunterschalten.

6. AMR: Antriebsmoment-Regelung

7. BMR: Bremsmoment-Regelung
noch keine Unterlagen

Achtung: Wird mit einer angehobener Achse abgeschleppt oder wird die Feststellbremse auf dem Bremsen-Rollenprüfstand (max. 6 km/h) geprüft, muß der Schlüssel im Lenkschloß in Stellung 1 oder 0 stehen bzw. darf der Motor nicht laufen. Durch den aktiven Bremseingriff über das ESP wird sonst die Bremsanlage an der Hinterachse zerstört (BDA S. 281).
8. Links:

Von Bosch gibt es einige Informationen und Videos (www.bosch-esperience.de/de/language1/filclips.html) zum Thema ESP, FDR, etc.

Vorlesung Mechatronik Uni Siegen: "Drive-by-Wire": Grundlagen zu ESP u.a.

Eine sehr gute Darstellung des ESP und auch der gesamtem Kfz-Technik findet man bei www.kfztech.de von Wiesinger.

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http://www.mbusi.com/4wheel.html: ETS-Simulation

siehe auch Harald Pietschmann: http://www.4x4abc.com/ML320d/M-Klasse/M-Klasse_Buch_ABS.html
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