10. Tipp: Federn (Vorder- u. Hinterachse)
Text von Gerd (vormalig www.mb-g.de/gdaten)

Letzte Änderung am 06.07.2007 - Copyright Dr. Hans Hehl)

Impressum gem. TMG Paragraph 5

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Arbeiten am G erfordern fachliche Kompetenz, entsprechendes Werkzeug und die Ehrlichkeit, die eigenen Fähigkeiten richtig einzuschätzen oder vielleicht besser in die Werkstatt zu gehen. Alle Angaben nach bestem Wissen, aber ohne Gewähr!

Federn im G

Die Federn des Mercedes G sind Schraubenfedern, die Kennzeichnung erfolgt durch Farbstriche auf den ersten Windungen der Feder.

Für den G gibt es folgende Vorderfedern:

Grün
Gelb
Braun
Gelb-Orange
Rot
Weiss
Blau
460 321 03 04
460 321 02 04
460 321 50 04
460 321 06 04
460 321 07 04
460 321 04 04

463 321 00 04

Die grüne Vorderfeder ist sehr weich (c = 15N/mm) und war eigentlich nur in die ersten
230 G eingebaut, sie spielt eigentlich nur für den Trial eine Rolle.
Die weisse Vorderfeder, eingebaut in allen G mit Schlechtwegepaket, ist sehr hart
(c = 34N/mm), der Rest der Federn liegt bei ungefähr c = 20 - 23N/mm.
Die Federrate ist bei allen Vorderfedern linear.
Die Federn sind zum Ausgleich der Fertigungstoleranzen in 3 Lastgruppen unterteilt.(Kennzeichnung durch ein bis drei Farbstriche).Der Unterschied zwischen einer Lastgruppe, hängt natürlich von der Feder ab, liegt aber im Schnitt zwischen 20 und 40 kg.

Für den G gibt es folgende Hinterfedern:

Grün
Gelb
Gelb-Orange
Braun
Weiss
Rot
Lila
460 324 03 04
460 324 02 04
460 324 07 04
460 324 06 04
460 324 05 04
460 324 08 04

463 324 00 04

Die Hinterfedern sind progressiv ausgelegt und auch in 3 Lastgruppen unterteilt.
Die grüne Hinterfeder ist sehr weich ausgelegt, wurde aber in sehr viele kurze G (auch 463)eingebaut. Im Alter oder bei Beladung lassen diese Fahrzeuge gern das Heck runterhängen, außerdem bricht die Feder oft.

Die Höherlegung:

Eine Höherlegung mit MB-Originalfedern ist natürlich nur möglich wenn man die Federn eines schwereren Fahrzeugs in ein leichtes einbaut.
Hier ein paar Richtwerte, immer bezogen auf die 2-Strich-Federn.

Vorderachse:

Von GELB nach BRAUN ca. 2.5 cm
Von BRAUN nach GELB-ORANGE ca. 1.5 cm
Von GELB-ORANGE nach ROT ca. 1.5 cm
Wer also serienmäßig die gelben Federn eingebaut hat, kann wenn er auf die roten Federn wechselt vorn ca. 5 cm erzielen.

Hinterachse:

Von GELB nach GELB-ORANGE ca. 1.5 cm
Von GELB-ORANGE nach BRAUN oder WEISS ca. 1.5 - 2 cm
Braune und weisse Feder sind von der Charakteristik recht ähnlich, die Braune ist im unbeladenen Zustand etwas weicher.
Von BRAUN nach LILA ca. 1.5 cm
Von LILA nach ROT ca. 2.5 cm

Die rote Hinterfeder ist sehr hart und eigentlich nur für einen voll- oder überladenen langen G für den nächsten Wüstentrip zu empfehlen. (um die gleiche Höhe wie die braune Feder zu erhalten müsst Ihr ca. 500 kg zuladen!! Es soll aber auch Leute geben die bauen die Feder in ein Cabrio rein!!!)
Wie Ihr seht, sind dem Einsatz von MB-Originalfedern natürlich Grenzen gesetzt. Wer etwas spezielles sucht, z. B für den Einsatz bei der nächsten Rallye sollte aber besser nicht anfangen selbst zu experimentieren. Auch die MB-Federn sind sehr teuer, bei der falschen Wahl kann das ganz schön ins Geld gehen.

Das Fahrverhalten:

Durch den höheren Schwerpunkt ist mit einer deutlichen Veränderung des Fahrverhaltens zu rechnen. Wenn man nicht ultraharte Federn einbaut (wodurch natürlich die Verschränkung stark leidet), wird das Auto schwammig und wankt deutlich. Dazu kommen in vielen Fällen Vibrationen vom Antriebsstrang.
Generell gilt: Wer mit seinem Fahrwerk zufrieden ist, und nur größere Reifen montieren will, sollte den Bodylift vorziehen. Auf den serienmäßigen G passen problemlos 235/85 R 16 mit einem Durchmesser von ca. 80 cm. Nach einem Bodylift von 4 cm kann ich also Reifen mit einem Durchmesser von 88 cm montieren, also ziemlich alles, was es auf dem Markt gibt. Außerdem ist der Abstand zum Radkasten konstant 4 cm mehr. Bei einer Höherlegung durch Federn ist, sofern ich keine Federwegbegrenzung einbaue, der Höhengewinn beim vollen Einfedern dahin.

Zu den Vibrationen:

Frage ich 10 G-Fahrer bekomme ich 10 verschiedene Antworten.
Während manche trotz extremer Höherlegung davon verschont bleiben, ist bei Anderen schon nach 2 Zentimetern der Wurm drin. (Die G ausser Acht gelassen, die schon ohne Höherlegung mit Vibrationen zu kämpfen haben.) Ein Patentrezept zum Beseitigen dieser Probleme hat leider noch niemand gefunden. Ich denke die Hauptursache ist die Ausführung des Antriebsstrangs mit 3 Kardanwellen und Trennung von Getriebe und Verteilergetriebe.

Also: Penibel die Kardanwellen abschmieren und auch auf den Zustand der Gummilager des Verteilergetriebes achten.
Zur optimalen Fahrwerksabstimmung z. Bsp. nach dem nachträglichen Einbau von
Sonderausstattungen (Klimakompressor, Winde, schwererer Motor) kann man nach diesem Diagramm die entsprechenden MB-Vorderachsfedern ermitteln.

Vorderachslast in kp = Fahrzeug leer mit Fahrer gerechnet.
Das Diagramm bezieht sich auf die serienmässige Höhenlage des Aufbaues.
Nach 1300 kp geht's nicht weiter, da dort die höchstzulässige Vorderachslast der G-Achse liegt.
Bei der Vorderachse G 400 CDI wurde auf Grund des hohen Motorgewichtes die höchstzulässige Achslast (max.1250 Kg bei Standardmodellen) bei Radstand 2400mm auf 1320 Kg bei Radstand 2850mm auf 1410 Kg angehoben.
Diese Vorderachsen haben aber auch ein größeres unteres Achsschenkellager erhalten.
(Editiert: 21. November 2003 - 13:17)
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